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Menschen stehen um einen grossen Tisch und besprechen Pläne
Entwicklungsprozess

Ein Projekt entsteht nicht allein.

Damit sich das Projekt bestmöglich in das Ortsbild von Ins integriert, arbeiten wir gemeinsam mit der Gemeinde. Cibolini Architektur GmbH erarbeitet mit der Gemeinde einen Workshop, und eine mehrköpfige Jury begleitet den Prozess.

Ort
Dorfplatz, Ins
Verfahren
Workshopverfahren, vorgesehen
Architektur
Cibolini Architektur GmbH
Stand
In Entwicklung
Ausgangslage

Warum wir nicht einfach bauen

Das Grundstück liegt nicht irgendwo im Dorf, sondern direkt am Dorfplatz von Ins. Dort steht auch die Gemeindeverwaltung, dort führen die Wege durch das Dorf zusammen. Was an dieser Stelle entsteht, sehen die Leute in Ins jeden Tag. Ein Bauvorhaben an dieser Adresse ist deshalb ortsbaulich heikel, unabhängig davon, wie gut der einzelne Entwurf ist.

Dazu kommt der Schutzstatus. Ins ist ein Ortsbild von nationaler Bedeutung und im Bundesinventar ISOS verzeichnet. Das Baureglement der Gemeinde kennt eigene Ortsbildschutzgebiete, und für Objekte des Bauinventars ist die Kantonale Denkmalpflege die beurteilende Fachstelle. Das Gebäude am Dorfplatz ist ein geschütztes Objekt. Wer hier plant, plant von Anfang an mit diesen Fachstellen und nicht gegen sie.

Und dann ist da die Geschichte des Hauses selbst. Am 21. Juni 2022 brannte das Hotel-Restaurant Bären am Dorfplatz. Rund 120 Feuerwehrleute standen im Einsatz, der Dachstock brannte vollständig aus, verletzt wurde niemand. Seither steht am Dorfplatz eine Brandruine, und für viele im Dorf ist dieser Anblick zu einer offenen Frage geworden.

Aus all dem folgt für uns eine einfache Konsequenz: Bevor ein Entwurf entsteht, muss klar sein, wie er entsteht. Öffentlich belegt ist bisher, dass der Wiederaufbau in Workshops zusammen mit dem Denkmal- und Heimatschutz, der Bauherrschaft und der Gemeinde geplant werden soll. Genau dieser Weg ist vorgesehen. Solche Verfahren sind im Kanton Bern kein Marketing, sondern in Art. 99a der Bauverordnung als qualitätssichernde Verfahren anerkannt. Entschieden ist noch nichts, und wir sagen das lieber offen, als es später einräumen zu müssen.

Verfahren

Das Workshopverfahren in fünf Schritten

Nach dem Brand des Hotel Bären entsteht im Dorfkern von Ins ein Neubau. Weil der Ort für das Dorfbild von grosser Bedeutung ist, entwickeln wir das Projekt nicht im Alleingang, sondern in einem kooperativen Workshopverfahren gemeinsam mit der Gemeinde Ins, der Bauherrschaft und einer Jury aus unabhängigen Fachleuten, der Denkmalpflege und dem Heimatschutz.

  1. Vorbereitung

    Bedürfnisanalyse und Aufgabenstellung festlegen

    Am Anfang steht nicht der Entwurf, sondern die Frage. Bauherrschaft und Gemeinde halten schriftlich fest, was am Dorfplatz entstehen soll, welche Nutzungen vorgesehen sind und welche Rahmenbedingungen gelten. Dazu gehören der Schutzstatus des Gebäudes, die Vorgaben aus dem Baureglement und die Erwartungen an den öffentlichen Raum vor dem Haus.

    • 01Nutzungen und Volumen
    • 02Schutzstatus und Baureglement
    • 03Umgang mit dem Dorfplatz
  2. Entwurf

    Mehrere Szenarien werden geprüft

    Um die bestmöglichen Antworten zu finden, werden mehrere Szenarien geprüft. Diese dienen als Ausgangslage für die Diskussion in der Jury und legen den Grundstein für die weiteren Workshops. In den Szenarien werden unterschiedliche Spannungsfelder beleuchtet, die direkt mit der Nutzung oder der Einbettung in die gebaute Umgebung zusammenhängen. Beim Projekt Bären erarbeitet ein Büro, die Cibolini Architektur GmbH, diese Szenarien als mehrere Vorschläge.

    • 01Aufzeigen der Möglichkeiten
    • 02Diskussionsgrundlagen erstellen
    • 03Interessen prüfen
  3. Gespräch

    Besprechungen mit dem Beurteilungsgremium

    Die Idee des Workshops liegt in der chronologischen Abfolge der Themen. In den Gesprächen werden nicht fertige Projekte besprochen, sondern Teilergebnisse diskutiert und Alternativen gesucht. Dadurch wird der Entscheidungsprozess, welcher bei solchen Projekten unzählige Optionen, Meinungen und Präferenzen umfasst, auf mehrere Personen und deren Dialog abgestützt. Alle Beteiligten, insbesondere die Fachstellen der Denkmalpflege und des Heimatschutzes, können ihre Erfahrung frühzeitig einbringen.

    • 01Zwischenstand statt Blackbox
    • 02Rückmeldung vor der Abgabe
    • 03Fachstellen früh eingebunden
  4. Beurteilung

    Schlussbericht und Empfehlung

    Nach dem letzten Workshoptermin erarbeiten die Mitglieder der Jury einen Schlussbericht, in dem die wegweisenden Entscheidungen festgehalten werden. Die Jury reicht diesen Bericht bei der Gemeinde ein, welche ihn dem Architekten und der Bauherrschaft weitergibt. Anhand dieses Berichts wird die Baueingabe in die Wege geleitet.

    • 01Kriterien aus der Aufgabenstellung
    • 02Schriftliche Begründung
    • 03Empfehlung an die Bauherrschaft
  5. Weiterbearbeitung

    Erstellung der ordentlichen Baueingabe

    Nach dem Workshopverfahren wartet noch die ordentliche Baubewilligung auf das Projekt. Gleich wie bei anderen Projekten wird diese bei der Gemeinde eingereicht, welche die Vollständigkeit prüft und das Dossier danach an den Kanton weitergibt. Dieser holt die Fachberichte der unterschiedlichen Amtsstellen ein und bewilligt das Projekt, sofern alle Kriterien eingehalten sind.

    • 01Überarbeitung nach Beurteilung
    • 02Abstimmung mit den Fachstellen
    • 03Danach der ordentliche Bewilligungsweg
Zusammenarbeit

Gemeinsam mit der Gemeinde

Damit sich das Projekt bestmöglich in das Ortsbild von Ins integriert, arbeiten wir gemeinsam mit der Gemeinde. Das Architekturbüro Cibolini Architektur GmbH erarbeitet mit der Gemeinde einen Workshop.

Das ist mehr als eine Höflichkeit. Die Gemeinde kennt den Dorfplatz aus einer Perspektive, die keine Planungsunterlage abbildet: Sie weiss, wo sich die Leute treffen, welche Wege im Alltag benutzt werden und welche Diskussionen dieses Grundstück in den vergangenen Jahren ausgelöst hat. Diese Kenntnis fliesst in die Aufgabenstellung ein, bevor der erste Strich gezeichnet wird.

Gleichzeitig ist die Gemeinde nicht Bauherrin. Sie bringt ihre Sicht ein und beurteilt später im ordentlichen Verfahren, so wie bei jedem anderen Bauvorhaben auch. Diese doppelte Rolle sauber zu trennen, gehört zu den Aufgaben der Verfahrensvorbereitung.

  • Aufgabenstellung wird gemeinsam festgelegt
  • Workshop mit Cibolini Architektur GmbH ist vorgesehen
  • Beurteilung im ordentlichen Verfahren bleibt davon getrennt
Menschen diskutieren vor einer Wand mit aufgehängten Plänen
Der Workshop wird gemeinsam mit der Gemeinde erarbeitet.
Beurteilungsgremium

Eine Jury mit mehreren Perspektiven

Eine mehrköpfige Jury begleitet den Prozess und bringt unterschiedliche Perspektiven ein. Im Fachjargon heisst dieses Gremium Beurteilungsgremium. Seine Aufgabe ist es, die Vorschläge des Architekturbüros zu diskutieren, zu gewichten und der Bauherrschaft eine begründete Empfehlung zu geben.

Ein solches Gremium ist bewusst gemischt besetzt, und die Zusammensetzung ist geregelt: Die Fachleute stellen die Mehrheit, und mindestens die Hälfte von ihnen ist von der Auftraggeberin unabhängig. Fachleute wie Architektinnen, Denkmalpflegerinnen oder Fachleute für Aussenraum beurteilen, ob ein Entwurf handwerklich und städtebaulich trägt. Ortskundige beurteilen, ob er im Dorf funktioniert. Beides braucht es: Ein Entwurf, der nur die Fachwelt überzeugt, kann am Alltag scheitern, und einer, der nur gefällig wirkt, hält den Anforderungen des Schutzstatus nicht stand.

Weil im Workshopverfahren zwischendurch gesprochen wird, ist das Gremium nicht erst am Schluss beteiligt. Es begleitet das Architekturbüro durch die Zwischenbesprechungen und macht seine Massstäbe früh sichtbar. Die Zusammensetzung des Gremiums für das Projekt Bären ist noch offen.

  • Fachleute und Ortskundige urteilen zusammen
  • Begleitung durch alle Zwischenschritte
  • Empfehlung mit schriftlicher Begründung
Architekturmodell aus Karton, Detailaufnahme
Modelle machen Volumen und Nachbarschaft vergleichbar.
Menschen im Gespräch vor einem Wohnhaus
Haltung

So entsteht Architektur nicht nur für den Ort, sondern aus dem Verständnis für den Ort.

Das Verfahren ist kein Selbstzweck. Es ist der Weg, auf dem ein Haus am Dorfplatz zu einem Haus des Dorfes werden kann.

Beteiligte

Wer mitredet

Öffentlich belegt ist, dass der Wiederaufbau in Workshops zusammen mit dem Denkmal- und Heimatschutz, der Bauherrschaft und der Gemeinde geplant werden soll. Diese vier Kreise bestimmen den Prozess.

Gemeinde Ins

Die Gemeinde bringt die Sicht des Dorfes in die Aufgabenstellung ein und arbeitet am Workshop mit. Sie kennt die Nutzungen rund um den Dorfplatz, die Verkehrsführung und die Vorgeschichte des Grundstücks. Später beurteilt sie das Vorhaben im ordentlichen Verfahren, unabhängig von ihrer Rolle im Workshop. Gemeindepräsident ist Kurt Stucki, die Gemeindeverwaltung befindet sich am Dorfplatz 2.

Denkmal- und Heimatschutz

Ins ist ein Ortsbild von nationaler Bedeutung, das Gebäude am Dorfplatz ist ein geschütztes Objekt. Für Objekte des Bauinventars ist die Kantonale Denkmalpflege die beurteilende Fachstelle. Sie prüft, wie ein Vorschlag mit dem Bestand, mit Volumen, Dachform und Materialien umgeht. Ihre Hinweise sollen früh im Verfahren kommen und nicht erst, wenn ein Entwurf fertig ist.

Beurteilungsgremium

Eine mehrköpfige Jury begleitet den Prozess und bringt unterschiedliche Perspektiven ein. Sie diskutiert die Vorschläge des Architekturbüros, führt die Zwischenbesprechungen und empfiehlt am Schluss einen Vorschlag zur Weiterbearbeitung. Ihre Empfehlung wird schriftlich begründet. Die Zusammensetzung ist noch offen.

Bevölkerung von Ins

Rund 3'900 Menschen leben in Ins, und der Dorfplatz gehört ihnen allen. Ihre Fragen und Einwände sind für uns kein Störgeräusch, sondern ein Prüfstein für den Entwurf. Wir informieren laufend über den Stand der Arbeiten, und im ordentlichen Bewilligungsverfahren stehen die gesetzlichen Mitwirkungsrechte ohnehin offen. Wer sich einbringen möchte, kann uns jederzeit direkt schreiben.

Rollen

Wer welche Rolle hat

Wir führen hier nur auf, was belegt ist. Alles Weitere ist noch offen und wird ergänzt, sobald es feststeht.

Bauherrschaft
OLD FOR YOUNGDas Areal wurde im August 2026 von den Immobilienentwicklern OLD FOR YOUNG gekauft.
Architektur
Cibolini Architektur GmbH, Hauptstrasse 159, 3286 MuntelierGeschäftsführer: Filippo Cibolini.
Ansprechperson
Filippo CiboliniErste Anlaufstelle für Fragen zum Projekt.
Verfahrensbegleitung
noch offenWird bekannt gegeben, sobald das Verfahren aufgesetzt ist.
Beurteilungsgremium
mehrköpfig, Zusammensetzung noch offenVorgesehen sind Fachleute und Ortskundige.
Ergänzend
Fachstellen wie der Heimatschutz oder die Denkmalpflege

Stand der Angaben: laufende Entwicklung. Alle Angaben sind keine Zusicherung.

Transparenz

Wir zeigen, wie ein Projekt entsteht

Das Projekt Bären befindet sich in Entwicklung. Noch ist nicht jede Frage beantwortet, und genau deshalb kommunizieren wir offen und transparent.

Das heisst konkret: Wir schreiben auf, was feststeht, und wir schreiben genauso auf, was noch offen ist. Wir geben keine Zahlen heraus, die wir nicht belegen können, und wir stellen keine Termine in Aussicht, die vom Verfahren abhängen. Wenn sich etwas ändert, sagen wir es, auch wenn die Änderung unbequem ist.

01

Für die Bevölkerung von Ins

Sie sehen die Brandruine am Dorfplatz jeden Tag. Sie haben ein Recht darauf zu wissen, was dort geplant ist, wer daran arbeitet und wann welcher Schritt ansteht. Wir informieren, sobald es etwas zu berichten gibt, und nicht erst, wenn alles beschlossen ist.

02

Für zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner

Wer sich für eine Wohnung interessiert, plant sein Leben. Deshalb sagen wir klar, was am aktuellen Stand gesichert ist und was noch vom Verfahren abhängt. Interessierte werden in der Reihenfolge ihrer Kontaktaufnahme berücksichtigt.

03

Für alle, die sich für diesen Ort interessieren

Wie ein Bauprojekt in einem geschützten Ortsbild entsteht, bleibt meistens hinter verschlossenen Türen. Wir zeigen den Weg: das Verfahren, die Beteiligten, die Kriterien. Wer verstehen will, wie so etwas abläuft, findet es hier.

Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Planungsstand und sind keine Zusicherung.

Fragen

Häufige Fragen zum Verfahren

Fehlt Ihnen eine Antwort? Schreiben Sie uns, wir nehmen die Frage auf.

Warum dauert das so lange?

Weil an dieser Stelle drei Dinge zusammenkommen: ein Ortsbild von nationaler Bedeutung, ein Standort mitten im Dorf und die Bauvorschriften. Ein Verfahren mit mehreren Fachleuten, aber einem Team und einem Ziel, braucht Zeit. Diese Zeit wird am Anfang investiert und später beim Bewilligungsweg wieder gutgemacht, weil die Fachstellen von Beginn weg eingebunden sind.

Kann ich als Einwohnerin mitreden?

Im Workshopverfahren selbst urteilt das Beurteilungsgremium, dort sitzt nicht die ganze Gemeinde am Tisch. Die Sicht des Dorfes kommt über die Gemeinde und über ortskundige Mitglieder des Gremiums hinein. Im ordentlichen Bewilligungsverfahren gelten danach die gesetzlichen Mitwirkungs- und Einspracherechte, unabhängig von diesem Verfahren. Unabhängig davon nehmen wir Hinweise und Anregungen schon jetzt jederzeit direkt entgegen und beantworten sie. Es ist ein Projekt für Ins.

Was passiert, wenn die Denkmalpflege Nein sagt?

Dann wird der Vorschlag überarbeitet. Genau deshalb ist die Fachstelle früh eingebunden und nicht erst am Ende: Ein Hinweis in der Zwischenbesprechung kostet eine Überarbeitung, ein Nein nach der Baueingabe kostet ein Projekt. Es ist ausdrücklich vorgesehen, dass die Anforderungen des Schutzstatus den Entwurf mitformen. Ein Vorschlag, der diese Anforderungen nicht erfüllt, kommt nicht weiter.

Wird der Vorschlag öffentlich gezeigt?

Ziel ist, den empfohlenen Vorschlag öffentlich zu zeigen, sobald das Beurteilungsgremium seine Empfehlung abgegeben hat und die Bauherrschaft entschieden hat. Form und Zeitpunkt sind noch offen und werden mit der Gemeinde abgesprochen. Wir werden es auf dieser Website ankündigen. Vorher zeigen wir keine Entwürfe, weil Zwischenstände leicht als fertige Pläne missverstanden werden.

Arbeiten mehrere Architekturbüros am Projekt?

Nein. Es gibt zwei Arten von Workshopverfahren: Bei der einen entwickeln mehrere Büros je ein Projekt, bei der anderen erarbeitet ein Büro mehrere Vorschläge. Beim Projekt Bären ist es die zweite Form. Die Cibolini Architektur GmbH legt mehrere Vorschläge vor, die im Workshop mit der Gemeinde, dem Denkmal- und Heimatschutz und der Jury diskutiert und weiterentwickelt werden.

Wer entscheidet am Schluss?

Das Beurteilungsgremium spricht eine Empfehlung aus, entschieden wird sie nicht dort. Über die Weiterbearbeitung entscheidet die Bauherrschaft. Ob daraus gebaut werden darf, entscheidet danach der ordentliche Bewilligungsweg mit den zuständigen Behörden und Fachstellen. Es ist derzeit kein Baugesuch eingereicht und keine Baubewilligung erteilt.

Kontakt

Sie möchten den Prozess verfolgen?

Ob Sie eine Frage zum Verfahren haben, sich für eine Wohnung interessieren oder mit uns über den Standort sprechen möchten: Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Interessierte werden in der Reihenfolge ihrer Kontaktaufnahme berücksichtigt.